50 Jahre Wärmepumpe: vom Nischenprodukt zur effizienten Schlüsseltechnologie

Leistung verbessert, Effizienz verdoppelt

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: STIEBEL ELTRON war seiner Zeit voraus. Eine historische Preisliste aus dem Jahr 1976 belegt, dass das Unternehmen schon damals Luft-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen angeboten hat. Bis zu 20 Kilowatt Leistung boten die damaligen Geräte. „Die Wärmepumpe hat also vor 50 Jahren schon ordentlich Heizleistung geliefert“, sagt Chris Knellwolf, Leiter Marketing & Vertrieb, STIEBEL ELTRON Schweiz. „Klar ist aber: Der Unterschied zu den heutigen Geräten ist riesig – die aktuellen Maschinen sind unter anderem leistungsstärker, kleiner, leiser – und vor allem viel effizienter.“

Die historische Technik wirkt aus heutiger Sicht schon fast nostalgisch, weiss der Experte: „Es handelte sich bei den Luft-Wasser-Wärmepumpen damals um Kältemittel-Split-Anlagen, das Aussenteil bestand also nur aus dem Lüfter und dem Verdampfer. Heute ist im Aussenteil, das sogar kleiner ist, die gesamte Wärmepumpentechnik untergebracht – also zusätzlich der Verdichter, der Verflüssiger sowie die notwendigen hydraulischen und vor allem elektronischen Bestandteile“, so Knellwolf. „Ausserdem waren es natürlich einfache On-Off-Geräte – es hiess also schlicht: an oder aus. Dank intelligenter Inverter Technologie passt die Wärmepumpe heute ihre Leistung flexibel an den tatsächlichen Bedarf an – das sorgt für konstant komfortable Wärme im Haus und gleichzeitig deutlich weniger Energieverbrauch. Kurz gesagt: Die Wärmepumpe ist erwachsen geworden – und hat dabei nichts von ihrer Stärke verloren.“

Der Blick in die 50 Jahre alte Preisliste zeigt einen weiteren Technikvorsprung: die maximal mögliche Vorlauftemperatur. „Damals schafften die Maschinen bis zu 60 Grad Celsius“, sagt Knellwolf. „Aktuelle Modelle, etwa aus der WPL-A-Serie von STIEBEL ELTRON, erreichen im reinen Wärmepumpenbetrieb bis zu 75 Grad Celsius. Während die Wärmepumpen der 70er- und 80er-Jahre aus einer Kilowattstunde Strom gut zwei Kilowattstunden Wärme erzeugen konnten, sind die Geräte heute gut doppelt so effizient: Aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt eine moderne Wärmepumpe vier bis fünf Kilowattstunden Heizleistung.“

Vom Nischenprodukt zur Markttechnologie

Eine Wärmepumpe 1976 in einer deutschen Haustechnik-Preisliste zu finden, war eine Seltenheit, sagt Knellwolf. „Vor 50 Jahren dominierten Gas- und Ölheizungen den Markt; Wärmepumpen waren ein Nischenprodukt.“

Die Anfänge der Wärmepumpentechnologie reichen jedoch deutlich weiter zurück. Die Schweiz spielte dabei eine wichtige Rolle. Ein bedeutender Meilenstein war die Installation einer Wärmepumpe im Zürcher Rathaus im Jahr 1938. Die Anlage ersetzte die damals eingesetzten Einzelraum-Holzöfen und nutzte Wasser aus der Limmat als Wärmequelle. Mit einer mittleren Wassertemperatur von 7 °C während der Heizperiode bot der Fluss ideale Voraussetzungen für den Betrieb. Die Wärmepumpe erreichte eine nominale Wärmeleistung von 100 kW sowie eine Heizungsvorlauftemperatur von 60 °C. Zur Spitzenlastdeckung wurde zusätzlich ein elektrisch beheizter Boiler installiert. Als Novum in Europa konnte die Wärmepumpe im Sommer auch für die Raumkühlung eingesetzt werden.

„Vielen ist nicht bewusst, welche Pionierrolle die Schweiz in der Entwicklung der Wärmepumpentechnologie gespielt hat. Das Beispiel des Zürcher Rathauses zeigt eindrücklich, wie früh das Potenzial dieser Technologie erkannt wurde. Viele der damaligen Konzepte gelten bis heute als wegweisend und prägen moderne Wärmepumpensysteme“, erklärt Chris Knellwolf, Leiter Marketing & Vertrieb, STIEBEL ELTRON Schweiz.

Ein wichtiger Impuls folgte 1973: Eher zufällig hörte STIEBEL ELTRON-Ingenieur Hans-Jürgen Kohnke, damals Leiter der Konstruktionsabteilung des Unternehmens, bei einer Veranstaltung des Vereins Deutscher Ingenieure einen Vortrag über Wärmepumpen. Zu diesem Zeitpunkt galt STIEBEL ELTRON mit rund 50-jähriger Erfahrung zwar als Experte für elektrische Warmwasserbereitung und war mit seinen Nachtspeicherheizungen auch schon im Heizungsbereich aktiv – Wärmepumpen waren aber nicht Teil des Portfolios. Drei Jahre Entwicklungsarbeit später fand sich die erste eigene Wärmepumpe in der jährlichen Preisliste wieder. „Die ersten Wärmepumpen waren noch keine Verkaufsschlager – die Technik war zu unbekannt und sicherlich auch noch ausbaufähig“, sagt Knellwolf. „Trotzdem haben wir konsequent an sie geglaubt, sie weiterentwickelt und aus Erfahrungen gelernt. Heute – 50 Jahre später – können wir deshalb stolz ein Portfolio präsentieren, das für nahezu jede Gebäudevariante die passende Wärmepumpen-Lösung bietet.“

Technologischer Sprung bei Effizienz und Umweltfreundlichkeit

Allein die neue Luft-Wasser-Wärmepumpenserie WPL-A von STIEBEL ELTRON deckt heute auf einer Plattform ein breites Leistungsspektrum von fünf bis 17 kW ab. Ein wesentliches Element der neuen Gerätegeneration ist der Einsatz des natürlichen Kältemittels R290 (Propan), das für hohe Effizienz sorgt – auch bei niedrigen Aussentemperaturen und im Bestand. „Doch das ist nicht der einzige Unterschied zu unseren ersten Modellen: Die Geräte sind deutlich kompakter, arbeiten deutlich leiser, lassen sich schneller installieren und sind insgesamt wesentlich umweltfreundlicher“, sagt Knellwolf.

Die Entwicklung zeigt: Was einst als Nischenlösung begann, ist heute eine zentrale Technologie der Energiewende. Sie verdeutlicht eindrucksvoll, wie konsequente Innovationsarbeit über Jahrzehnte hinweg zu nachhaltigem Fortschritt führt. „Wir haben gelernt, optimiert und weitergedacht“, resümiert Knellwolf. „Und wir sind überzeugt, dass Wärmepumpen in Zukunft die entscheidende Rolle bei der nachhaltigen Wärmeversorgung spielen werden.“