Aktive Beteiligung an der Energiewende

63 Prozent der Schweizer wollen Klimaschutz selbst in die Hand nehmen

Die Schweizerinnen und Schweizer wollen in Punkto Klimaschutz nichts dem Zufall überlassen und übernehmen gerne selbst Verantwortung für eine erfolgreiche Energiewende. 63 Prozent wollen deshalb auf klimafreundliche Heiztechnik umsteigen. 65 Prozent sind überzeugt, mehr staatliche Förderung für die Umrüstung würde den Ausstoss von Treibhausgasen am schnellsten senken. Das sind Ergebnisse einer Umfrage „Energie-Trendmonitor 2018» in der Schweiz, wofür im Auftrag von STIEBEL ELTRON 1’000 Einwohner bevölkerungsrepräsentativ befragt wurden.

„Wie unsere Umfrage zeigt, wollen wir Schweizer einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, sagt Paul Stalder, Geschäftsführer STIEBEL ELTRON Schweiz. „Die Befragten wünschen sich dabei allerdings staatliche Unterstützung: 66 Prozent der Befragten sagen, die Regierung solle den Umstieg im Wärmebereich stärker fördern – beispielsweise auf klimafreundliche Wärmepumpentechnologie.“

Mit deutlicher Mehrheit hat sich die Schweizer Bevölkerung im Mai 2017 für das neue Energiegesetz ausgesprochen. Laut der neuen Umfrage sind heute hierzulande aber 55 Prozent grundsätzlich unzufrieden damit, wie das Land in der Energiewende vorankommt. So wird beispielsweise gefordert, den Anteil von grünem Strom zügig auszubauen: 63 Prozent der Befragten möchten den Anteil der Wasserkraft noch deutlich erhöhen. Laut dem Bundesamt für Energie wurden in der Schweiz 2016 bereits 62 Prozent der Steckdosen mit Erneuerbaren Energien versorgt – 56 Prozent davon aus Grosswasserkraftwerken. Gleichzeitig bemängelt die Mehrheit der Bevölkerung (51 Prozent), dass kein Abschalttermin für die Kernkraftwerke festgesetzt ist. Der Grund: Das seit Januar geltende Energiegesetz verbietet nur den Bau neuer Atomkraftwerke – die alten Meiler dürfen auf unbestimmte Zeit am Netz bleiben, solange sie als «sicher» eingestuft sind.

Schweizer Klimaschutz 2030

Nach dem Klimaübereinkommen von Paris überarbeitet auch die Bundesregierung aktuell ihren Fahrplan zum Klimaschutz ab 2020. Die Massnahmen sind im CO2-Gesetz zusammengefasst. Oberstes Ziel ist es, bis 2030 die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um die Hälfte zu senken. Für den Gebäudebereich – den zweitgrössten Verursacher von CO2 hierzulande – ist dabei eine deutliche Erhöhung der CO2-Abgabe vorgesehen. Der Bundesrat möchte den maximalen Satz von 120 Franken auf 210 Franken pro Tonne CO2 anheben. Indem fossile Brennstoffe verteuert werden, sollen Anreize für sparsamen Verbrauch sowie den Umstieg auf saubere Energieträger gesetzt werden.

Verursacher zur Kasse bitten

„Mit einer CO2-Abgabe werden die Verursacher klimaschädlicher Emissionen zur Kasse gebeten“, erklärt Paul Stalder. „Die Verbraucher in der Schweiz stehen mehrheitlich hinter diesem Prinzip: 68 Prozent der von uns Befragten halten beispielsweise die Erhöhung der CO2-Abgabe für wichtig, um die Energiewende voranzubringen.” Gleichzeitig sehen die Schweizerinnen und Schweizer in der Anwendung des „Verursacherprinzips“ eine wirksame Massnahme, mit der die Klimaziele am schnellsten erreicht werden (68 Prozent).