Kantonales Energiegesetz – ein Ja für die Zukunft

Die Energiepolitik geht in die nächste Runde: Bund und Kantone legen mit der Revision der Energiegesetze wichtige Massnahmen fest, um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen. Auch im Kanton Aargau wird Ende September über ein neues Energiegesetz abgestimmt. Warum es sich lohnt, dieses anzunehmen.

Ambitionierte Klimaziele

Die Klimaziele sind klar und ehrgeizig: Gesamtschweizerisch soll der Energieverbrauch massiv gesenkt, die Energieeffizienz erhöht und erneuerbare Energien gefördert werden. Zudem soll die Schweiz ab 2050 unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen. Doch die aktuelle Situation sieht noch ganz anders aus: Laut Bundesamt für Energie ist der Energieverbrauch im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr sogar gestiegen (0,3%), zu Heizzwecken nahm er sogar um 6,1% zu. 40% des Energieverbrauchs und rund ein Drittel der CO2-Emissonen fallen laut BFE im Gebäudebereich an. Zwei Drittel der Immobilien werden noch immer mit fossiler Energie beheizt. Drei Viertel des Schweizer Energieverbrauchs (vor allem fossile Energie) wird importiert. Dabei wäre das Potenzial vorhanden, umfassend einheimische Energie bereitzustellen. Sonne, Wasser, Wind und Biomasse können genügend Energie liefern, um den einheimischen Bedarf abzudecken. Abgesehen davon sind noch über eine Mio. Häuser schlecht gedämmt und dadurch nicht energieeffizient. Hier möchte das neue Energiegesetz des Kantons Aargau ansetzen.

Das neue Energiegesetz – darum geht‘s

Die Gesetzesänderung soll im Wesentlichen Weichen für eine zukunftsfähige Energieversorgung und
-nutzung stellen: Gebäude sollen effizient und sparsam im Energieverbrauch sein und wenn möglich erneuerbare Energien nutzen. Neubauten müssen zudem einen Teil ihrer Elektrizität selbst erzeugen. Wer seine Heizung ersetzt, muss mindestens 10% durch erneuerbare Energie bereitstellen. Dies kann beispielsweise mit einer Wärmepumpe umgesetzt werden.

«Der Kanton hat mit dem revidierten Energiegesetz pragmatische und zweckmässige Massnahmen verabschiedet», meint Patrick Drack, Geschäftsführer von STIEBEL ELTRON Schweiz. Viele davon werden bereits seit Jahren umgesetzt und sind dadurch praxiserprobt. «Im Neubau ist die Wärmepumpe bereits das meistgenutzte Heizsystem», erklärt Drack. Insgesamt hat die Anzahl Wärmepumpen seit 2000 stark zugenommen, so dass mittlerweile fast jedes fünfte Gebäude damit ausgestattet ist. Das bedeutet aber auch, dass immer noch deutlich mehr fossile Energieträger fürs Heizen in Betrieb sind. «Die Entwicklungsmöglichkeiten im Sanierungsbereich sind also enorm», ist er überzeugt.

Potenzial für die Zukunft

Mit einer besseren Dämmung beispielsweise wird der Wärmebedarf des Gebäudes nahezu halbiert, wodurch gleichzeitig die Nebenkosten sinken. Und mit dem Umstieg von fossilen Heizsystemen auf erneuerbare Energien können die CO2-Emissionen fast auf Null gesenkt werden. Das ist im Vergleich zu fossilen Heizungsanlagen eine Einsparung von bis zu drei Tonnen CO2 jährlich. Zwar liegen die Investitionskosten für eine Wärmepumpe höher als bei andern Heizsystemen. «Die Auslagen lohnen sich aber bereits mittelfristig aufgrund der tieferen Unterhalts- und Betriebskosten im Vergleich zur alten Heizung», erläutert Drack. Denn Wärmepumpen sind sehr effizient: Aus einer Kilowattstunde Strom können sie bis zu drei Kilowattstunden Wärme erzeugen. Gas- und Ölheizungen hingegen nur ca. 0.95 Kilowatt. «Die Wärmepumpe ist mit Sicherheit die Heizung der Zukunft», ist er überzeugt. Sie trägt nicht nur zur CO2-Reduzierung bei, sondern macht den Hausbesitzer überdies unabhängig von Öl- und Gasimporten. Die Investition ist auch wirtschaftlich interessant, weil Bund und Kantone den Heizungsersatz durch eine Wärmepumpe mit diversen Förderprogrammen unterstützt.

Für Patrick Drack ist klar: «Mit dem revidierten Energiegesetz liegen realisierbare Massnahmen vor, das Potenzial der erneuerbaren Energien im Gebäudebereich nachhaltig auszubauen.»

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