Nachhaltigkeit in kleinen Schritten

Seit dem Hitzesommer 2018 leugnet es kaum noch jemand: Das Klima erwärmt sich, die Gletscher schmelzen und auch die anhaltende Trockenheit hat weitreichende Auswirkungen. Wir alle müssen Verantwortung für die Energiewende übernehmen – von Gesetzes wegen, vor allem aber für unsere Zukunft.

Klimaabkommen und Energiestrategie

Im Rahmen des Klimaabkommens von 2015 hat sich auch die Schweiz verpflichtet, den CO2-Ausstoss massiv zu senken und damit die globale Erwärmung auf deutlich weniger als 2 Grad zu begrenzen. Konkret sollen laut Energiestrategie bis 2050 höchstens noch 1.5 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr emittiert werden, aktuell sind es gemäss Angaben des Bundesamts für Umwelt rund 5 Tonnen. Diese Reduktion hat durch generelle Senkung des Energieverbrauches, durch Steigerung der Energieeffizienz und durch den Ausbau erneuerbarer Energien stattzufinden.

Kantonale Energiegesetze

Nach dem Verkehr (über 30%) sind die Gebäude mit etwa einem Viertel der zweitgrösste Energieverbraucher und damit Verursacher von CO2-Emissionen. Haushalte benötigen fast 70% der Energie für Raumwärme und rund 13% für die Aufbereitung von Warmwasser. Der Gebäudebereich bietet also ein riesiges Einspar- und Verbesserungspotenzial im Hinblick auf eine gelingende Energiepolitik. Und genau hier kommen die Kantone ins Spiel: Sie sind laut CO2-Gesetz verpflichtet, die Standards für Neu- und Altbauten so zu definieren, dass die CO2-Emissionen von Gebäuden kontinuierlich sinken und revidieren deshalb aktuell ihre kantonalen Energiegesetze. Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) bilden dabei den gemeinsamen Nenner.

Erneuerbare statt fossile Energie

Ob die Gesetzesvorlagen nun angenommen (wie in Luzern) oder über Bord geworfen werden (Beispiel Bern) – die Kantone sind in jedem Fall angehalten, die CO2-Emissionen der Gebäude zu vermindern. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Denn auch wenn der Anteil an erneuerbaren Energien für Heizung und Warmwasser in den letzten zehn Jahren markant gestiegen ist: Nach wie vor werden laut Bundesamt für Statistik nahezu zwei Drittel aller Gebäude mit fossilen Energieträgern (Heizöl und Gas) beheizt. Zwar nimmt die Zahl der Wärmepumpen seit 2000 erfreulicherweise stark zu. Mittlerweile ist fast jedes fünfte Gebäude damit ausgestattet. Das bedeutet aber auch, dass immer noch deutlich mehr fossile Energieträger in Betrieb sind als Wärmepumpen. Die Entwicklungsmöglichkeiten, um die Klimawende weiter voranzubringen, sind demzufolge noch längst nicht ausgeschöpft. Insbesondere im Sanierungsbereich ist noch eine grosse Kapazität vorhanden. Schliesslich ist Nachhaltigkeit kein Fernziel, sondern anzustrebende Realität. Jeder, der mit gutem Beispiel vorangeht, trägt einen wertvollen Teil dazu bei.